Der ehemalige Volksschuldirektor Johann Weingartner hat auf der Rückseite des Fotos folgendes vermerkt:

Im Foto befinden sich auf der linken Seite 2 Mädchen, Paula und Antonia Klocker. Laut Taufbuch von Lavant wurde Paula Klocker 1915 und Antonia Klocker 1918 geboren. Also könnte die Datierung mit „um 1921“ stimmen.

Geschichte

Die Geschichte des Lavanterhofes reicht weit zurück. Leider gibt es von den Anfängen des Wirtshauses keine verlässlichen Aufzeichnungen. Auch in den Gemeindearchiven ist wenig zu finden. Spärlich findet man frühe Erwähnungen, wie zum Beispiel Versteigerungsaktionen  – welche so früher üblich, oft in Gasthäusern stattgefunden haben und in regionalen Zeitungen angekündigt wurden. Die Kundmachung solch eines Edikt aus dem Jahre 1826 dürfte überhaupt die erste schriftliche Erwähnungen des Lavanterhofes sein. Genannt wird hier die „Anton Moserische Wirtsbehausung zu Lavant“.

 

Zeitungsartikel im „Bote für Tirol und Vorarlberg“ vom 03.08.1826

Versteigerung Bote fur Tirol und Vorarlberg 1826-08-03

Die Versteigerung selbst geschieht am 28. k. M. August um 3 Uhr Nachmittags in der Anton Moserischen Wirthsbehausung zu Lavant.
Lienz, den 17. Juli 1826
D. Purtscher, k.k. Landrichter

Anmerkung zum Besitzer Anton Moser:

Laut Sterbebuch von Lavant starb Anton Moser, Wirth (Ehemann der Anna Weitberger) am 09.06.1849 mit 66 Jahren. Anton hatte einen Bruder, Franz (verheiratet mit Elisabeth Zeiner), welcher am 27.04.1855 im Alter von 55 Jahren starb und der im Sterbebuch auch als Wirth bezeichnet wird. Vermutlich hat er das Gasthaus nach dem Tod seines Bruders übernommen.

Franz´s Tochter Maria Moser wird bei der Geburt ihres ersten (ledigen) Kindes 1867 noch als „Besitzerin des Wirthsanwesens“ bezeichnet. Im Jahre 1869 heiratet sie den Andrä Brunner, welcher von nun an immer als „Wirth“ bezeichnet wird.

1875 gab es in Lavant einen verheerenden Großbrand, bei dem viele Häuser zerstört wurden bzw. beschädigt wurden. Auf dem Anwesen mit der Hausnummer 18 (heute Lavanterhof) lebte Thomas Klocker vlg. Klockerbauer mit seiner Familie. Wie schwer dieses Haus beim Brand beschädigt wurde steht nicht fest. Aus dem Jahre 1890 geht jedoch anhand eines Zeitungsartikels hervor, dass unter dieser Adresse Herr Andrä Brunner die Neueröffnung eines neu erbauten Gasthofes anpreist.

 

Inserat in der „Lienzer Zeitung“ vom 26.04.1890:

Eröffnung Wirt 1890 - Kleine Zeitung 1890-04-26

 

Einer ihrer Söhne Andreas Brunner, geboren am 12.06.1871, heiratet am 16.04.1907 die Kellnerin Anna Steger aus St. Lorenzen. Bei der Eintragung im Traubuch von Lavant wird Andreas als Gastwirt in Lavant (HNr. 18), ehelicher Sohn des Andrä Brunner Wirt hier und der Maria Moser bezeichnet.

 

Inserat in der „Lienzer Zeitung“ vom 24.09.1892:

Holz Versteigerung Lienzer Zeitung 1892-09-24

 

Der Lavanterhof in seiner heutigen Form wurde 1903 errichtet. Mehrmals wechselten sich in den Folgejahren die Besitzverhältnisse und als ein Wiener Unternehmer das Haus erwarb, wurde der Gastbetrieb geschlossen und in ein privates Urlaubsdomizil umgewandelt. 1998 erwarb die Familie Cörstges den Lavanterhof und gestaltete ihn nach mehreren Umbauarbeiten und stetigen Renovierungen als gemütlich, komfortablen Landgasthof mit Übernachtungsmöglichkeiten – so wie er heute ist!

Vielen Dank an die Ortschronistin Andrea Schett für die Informationen und Unterlagen.